Dienstag, 29. Januar 2013

Рождество в Исторической мастерской



Weihnachten in der Geschichtswerkstatt - Am 29.01.2012 war für meine Frauen vom Deutschclub der große Tag gekommen, denn auf der Weihnachts-/Neujahrsfeier in der Geschichtswerkstatt würden Sie unsere eingeübten Gedichte und Lieder zum Besten geben!
Zwischen einem Haufen dicht beieinander sitzenden und mit viel Essen und Alkohol versorgten alten Männern und Frauen hatten Julia und ich einen lustigen Tag!
Erst wurde gespannt auf den Weihnachtsmann und das Schneemädchen gewartet, gesungen, geschwätzt und gelacht, dann wollte jeder etwas zum Besten geben. Der Handwerksarbeitsclub hatte für die Deko gesorgt, der Literaturclub gab einige bekannte und einige selbstverfasste Texte zum Besten, mit dem Deutschclub sagten wir Gedichte auf und sangen mehr schlecht als recht „Alle Jahre wieder“ und schließlich sang noch der Chor!
Außerdem gab es viele, viele Geschenke. Jeder hat nämlich ein Paket mit Nivea- Creme und Nivea-Seife und Schokolade bekommen. Die Frauen von der Geschichtswerkstatt haben mir auch noch mal Schokolade geschenkt und bei der Tombola habe ich einen kleinen Reisekamm ergattert. Außerdem gab es dann noch Glückskekse und dank Stephan Petrowitsch weiß ich jetzt sogar, dass meiner das folgende heißt:
Entlassen Sie die Vergangenheit: es hat sich erschöpft.
Na das ist doch mal ein guter Start ins Jahr 2013!
Und die lustigen Stunden mit vielen Süßigkeiten (und einer ekelhaft süßen Torte), Alkohol, Geschwätz, Gesang und Gelächter waren ein wundervoller Abschied von dem Jahr 2012!


Mittwoch, 2. Januar 2013

С Новым годом

Frohes neues Jahr - Ich wünsche euch allen ein frohes und fröhliches Jahr 2013. Nachdem wir in Gomel waren und Silvester lustig in Charkiv gefeiert haben, sind wir jetzt in Kiew angekommen. Leider ohne Warmwasser. Mehr wann anders. Habt Spaß!

Dienstag, 25. Dezember 2012

Рождество́






Weihnachten – ist in Belarus ganz anders. Von Advent haben hier die wenigstens schon mal etwas gehört, dieses Jahr gab es irgendwo in Minsk den ersten Weihnachtsmarkt von Belarus und Geschenke gibt es zu Weihnachten eigentlich auch nicht, dafür jede Menge Schnee!
Der 25. Dezember ist zwar ein Feiertag, aber nur die Katholiken feiern auch, denn für die Orthodoxen ist Weihnachten erst am 07.01. Aber egal welcher Religion man angehört, feiert man in Belarus groß das neue Jahr. Überall gibt es kitschige Schlangenstaubfänger zu kaufen, denn 2013 ist das Jahr der Schlange, Väterchen Frost und das Schneemädchen sind im Dauereinsatz und es gibt Geschenke. Hier heißt es weniger „Frohe Weihnachten“ als „Ein gutes neues Jahr“!
Was wohl irgendwie vertraut ist, sind die großen Eislaufflächen auf Plätzen und die Beleuchtung auf dem Prospekt (auch wenn ich finde dass diese an Hässlichkeit kaum zu übertreffen ist!).
Trotz allem haben wir hier Weihnachten gefeiert.
In der Geschichtswerkstatt habe ich eine kleine Weihnachtsfeier gemacht, habe probiert zu erklären was Advent, Plätzchen und Stollen ist, „Alle Jahre wieder“, „Stille nacht“ und „Ihr Kinderlein kommet“ gesungen und ihnen ein Gedicht beigebracht:
Advent, Advent ein Lichtlein brennt,
erst eins,
dann zwei,
dann drei,
dann vier,
dann steht das Christkind vor der Tür.
Und wenn das fünfte Lichtlein brennt,
dann hast du Weihnachten verpennt.

Danach haben wir praktische Erfahrungen mit Plätzchen und Lebkuchen gemacht und uns für die Neujahrsfeier am 29.12. vorbereitet, denn da werden wir „Alle Jahre wieder“ und „Ihr Kinderlein kommet“ zum Besten geben (die Abmachung ist, dass ich eine Version des Liedes mit Gesang laut abspiele und dann alle nur noch den Mund dazu bewegen müssen ;o) ). Außerdem wird eine Frau das Gedicht aufsagen und drei andere den Text von Stille Nacht. Ich bin gespannt! Und freue mich sehr darauf.



Den 24. selbst haben wir im Krankenhaus verbracht. Gemeinsam mit Julia, ihrer Mama und Philipp sind wir um kurz nach 8 los. Im Krankenhaus angekommen, haben wir dann auf der fünften Station Geschenke verteilt. Julia als Schneemädchen, Philipp in unserem wunderschönen selbstgemachten und irgendwie improvisierten Kostüm als Weihnachtsmann und ich als seine Frau oder so. 
Das Selbe dann noch mal auf der Tagesstation, nur das ich jetzt der Weihnachtsmann war.

Dann haben wir auf Julias Station mit den Kindern Plätzchen gebacken, um anschließend wieder in die Kostüme zu springen und auch auf der 4. Station und der Transplantationsstation die Geschenke zu verteilen. Und nach einer kleinen Pause habe ich dann schließlich noch mit meinen Kindern gebacken. Leider gibt es davon keine Bilder, aber es war sehr schön, wir haben Teig geknetet, mit den Förmchen ausgestochen, neue Kreationen erschaffen – es wurden Herzen mit Sternen, Sterne mit Männchen und Männchen mit Monden kombiniert – und dann alles schön mit Streuseln verziert. Kaum war die erste Ladung aus dem Backofen draußen war sie auch fast schon wieder weggefuttert. Teilweise war leider nicht genug Platz für alle Kinder die ankamen, aber zumindest mit 3 süßen Mädchen habe ich fast 1 ½ Stunden gebacken. Nach dem ganzen Stress mit Weihnachtsgeschenke vorbereiten und verteilen, war das endlich mal wieder genau die Arbeit, wegen der ich hier bin!

Glücklich, zufrieden und müde bin ich dann also nach Hause gekommen, wo es noch mal ein klein wenig Borscht gab, bevor ich dann mit Julia und ihrer Mutter erst essen und dann in die Stehbar gegangen bin.
Es war ein sehr schöner und lustiger Abend, an dem wir einige Freunde wieder getroffen, Bekanntschaften vertieft und neue Menschen kennengelernt haben.
Heilig Abend im Zentralni, man kann wohl sagen, dass war mal eine ganz besondere Form des Festes!

Jetzt heißt es noch ein paar Tage arbeiten, Neujahrsfeier im Kinderheim, in der Geschichtswerkstatt und dann geht es auf nach Gomel, Charkiv und Kiew in den Urlaub.
Ein bisschen ausruhen, damit wir dann am 10. Januar gestärkt und ausgeschlafen ;o) gemeinsam mit Menschen mit Behinderung auf ein Winterlager fahren können!
Die nächsten Wochen versprechen anstrengend und wirklich schön zu werden!




Samstag, 17. November 2012

7 дней Центральный

7 Tage Центральный - Eine Geschichte von Gemeinschaft, Freundschaft und schlechtem Bier.

Es war ein Experiment wie kein anderes.
Jetzt gibt es das Protokoll und die Auswertung exklusiv.

Wie alles Begann:
Nach der Geisterbeschwörung am Freitag Abend, wurden wir dann tatsächlich heimgesucht, denn Samstag standen wir plötzlich ohne Strom da. Was tun? 
                                                                    erstmal essen!
           Übrigens der Schein trügt, Julias Kamera macht ziemlich helle Fotos, auch im dunkeln!!!



Nun in unseren Überlegungen sind wir nicht so richtig weit gekommen, dennoch beschlossen wir uns einfach mal fertig zu machen. Doch im dunkeln stellte das einige Herausforderungen dar. Zuerst ist Julia mal ganz romantisch bei Kerzenlicht duschen gegangen, während ich mich am stricken im dunkeln versucht habe. Leider haben die kurzen Momente in denen wir Strom hatten nicht immer gereicht um alle Maschen wiederzufinden.
Dann galt es sich zu schminken, natürlich auch ohne Licht, also nur das Nötigste. Wie ich aus meinem Zimmer zurückkomme sehe ich wie etwas in Julias Zimmer flackert. Das Teelicht das Julia in ihrem Zimmer stehen gelassen hatte, breitete sich nun etwas aus und auch das Deko-Weihnachts-Schneeflocken-Glas hatte es schon gesprengt. Was nun?
Erster Gedanke: Ersticken. Dann: Das Glas steht auf einem Wolluntersetzer und der auf einem Holzregal, was wenn das nicht funktioniert?
Zweiter Gedanke: Wasser.
Resultat: Eine riesige Stichflamme, Wachsspritzer im ganzen Zimmer und einen ziemlichen Schock später war es klar: Wir müssen ganz schnell unsere Wohnung verlassen; soll sie doch abfackeln, aber dann bitte ohne uns!

So kam es also, dass wir uns mit Orangensaft ausgestattet auf den Weg durch Minsk machten, einen kleinen abendlichen Spaziergang am Fluss.


Und dann? Pinkelpause ;o) und schließlich: Центральный - die Stehbar, wo man im stehen Bier trinken kann (Zitat Julia).

Irgendwie hatte ich dann einen Lauf, also:
1.Samstag: Jules und ich im Центральный wegen Stromausfall.
2.Sonntag: Flo, Jules und ich im Центральный nach Flo's Rückkehr.
3.Montag: Philipp und ich im  Центральный um Sonntag nachzuholen.
4.Dienstag: ??? und ich im Центральный keine Ahnung warum.
5.Mittwoch: Jules und ich im  Центральный nach dem Sprachunterricht.
6.Donnerstag: Flo, Jules und ich im Центральный nach Kinder- und Erwachsenenheim.

7. Freitag:

Freitag sollte meine Woche komplett werden, aber es schien als ob das nicht passieren würde. Freitag war Philipps Geburtstag und da dachte ich mir, ihm zu Liebe, machen wir mal keine Runde Sache draus.
 Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt (Zitat: Ampelmännchen xD)
Irgendwann haben Jules und ich nämlich beschlossen, dass die Party auch eine halbe Stunde ohne uns auskommt und wir einfach mal verrückt sind, den Balkon mit gutem Bier zurücklassen und uns schlechtes Billigbier gönnen.
Und es war eine verdammt gute Entscheidung! Denn es hat den Abend geschmückt.

Tag 7! Für dieses Foto sind wir extra nochmal zurück! Und später haben wir die Leute wiedergetroffen - bei Philipp.


Die lustige Geschichte dabei: Ich kannte einen schon vom Theater, Flo hat ihn schon auf einer Party getroffen, aber wir hatten keine Ahnung, dass der jeweils andere ihn auch kennt. Misnk ist ein Dorf, man trifft ständig durch Zufall irgendwelche Leute, die in irgendeiner Weise mit einem verbunden sind.

Auf jeden Fall habe ich somit eine Woche lang schlechtes Billigbier im Центральный getrunken.

Kommen wir zur Auswertung:

An Tag 1 und 2 schmeckte das Bier reudig

Tag 3, 4 und 5 war es eigentlich in Ordnung
Tag 6 war es dann wieder reudig
und an Tag 7 wollte ich den Spuckschluck/Uwe einfach nicht mehr trinken.
Außerdem stellt sich natürlich die Frage wie ein solcher Konsum den Körper beeinflusst. 
Hier die Antwort: Nach einer Woche hatte ich ein unglaublich großes Verlangen nach gesunder Ernährung und Sport. Außerdem konnte selbst ein "gutes" Bier meinen Apettit nicht wecken. 
Das Центральный ist ein geselliger Ort, aber nicht immer trifft man nette Menschen. Häufig trifft man auch auf stark alkoholisierte oder rassistisch/faschistisch geprägte Menschen oder auf Artjom ;o) (Zur Aufklärung: Das soll keine Steigerung oder Aufzählung sein, denn er gehört nicht in diese Kategorie)
Es ist auf jeden Fall ein sehenswerter Ort und auch ein Billigbier lohnt sich mal (0,5L für umgerechnet ca. 75cent) aber auf Dauer sollte man doch lieber 20 Cent mehr investieren oder auch mal andere Orte aufsuchen!
Fazit: Lustig war es auf jeden Fall und neue Bekanntschaften haben wir defintiv  auch geknüpft.
Also ein "Thumbs up" fürs  Центральный. ;o)
 




Хэллоуин



Halloween- Und wir geben eine unglaublich abgefahrene und sehr belebte Eskalationsparty – Nicht! ;o)
Aber was soll man machen, wenn die Hälfte der geladenen Gäste nicht kommt?
Trotzdem war es ein netter und sagen wir mal interessanter Abend. Leider nicht alles ganz Internetgerecht, aber immerhin gibt es hier ein paar Einblicke. 
Ach kann Jules nicht wunderschön gucken?

Das ist dann wohl die passende Reaktion auf das Bild...

Bela-Kola!!!

Gymnastik auf der Waschmaschine oder ist es doch mehr als das???

Der letzte Rest.




Und so beschließt man dann einen Abend - mit Essen ;o)

Aber natürlich haben wir (also besser gesagt die belarussischen Freiwilligen, Ira und Julia) ganz dem Thema entsprechend auch Kontakt mit dem Jenseits aufgenommen. - Ich war da eher ähnlich begeistert wie Anna, aber zum Glück kam ja Flo mit dem Wodka zur Rettung geeilt :o)




Nachdem dann alle auch recht früh gegangen sind, hatten wir auf jeden Fall noch eine Menge Aufregung und Spaß im Graffiti! Also alles in allem doch irgendwie ein gelungener Abend.

Montag, 29. Oktober 2012

больни́ца

Krankenhaus - Natürlich trinken wir nicht nur Bier und genießen unsere Freizeit, sondern arbeiten auch ganz hart. Heute haben wir den Kindern und Erwachsenen im Krankenhaus die amerikanische? keltische? Kultur ein bisschen näher gebracht.
Halloween!
Wir haben Kürbisgesichter geschnitzt und die Eltern hatten ihre Freude mit den Resten. Es gab Kürbissuppe. ;o)
Und als ob Kürbisse aushöhlen nicht schon Spaß genug wäre, kamen auch noch die...
                                                                 ...Clowns!!!


                      Ohje, unser Kürbis hat ein Loch im Boden. Upps, da war wohl jemand etwas zu fleißig. :o)
 Und dann kommt der spannende Moment, wenn endlich die Kerzen im fertigen Kürbis an sind...

Das hat wirklich Spaß gemacht und jetzt werden die bösen Geister rechtzeitig zur kalten, dunklen Jahreszeit vertrieben. Rechtzeitig? Naja defintionssache, auf jeden Fall war es wirklich schön!

о́тдых 2

Freizeit 2 - Mal wieder ein kleines Update was unsere Freizeitgestaltung der letzten 2 Wochen angeht.

Erst einmal haben Jules und ich uns getraut und sind mal "typisch belarussisch" feiern gegangen. Ein bisschen Anpassung war allerdings angesagt, denn so ganz ohne "dress und make up" wird es doch schwierig.


Und hier kommt... Rotkäppchen ;o)

Oh wie unwohl ich mich in diesem Aufzug gefühlt habe und wie unglaublich glücklich ich war, als ich wieder weniger Schminke im Gesicht, meine Sachen und vor allem meine Jacke an hatte!
Übrigens sind wir von der Party um dreiviertel 1 abgehauen und haben die letzte Metro genommen, denn es war ECHT NICHT UNSER DING!

Danach haben wir uns erstmal wieder unserer üblichen Beschäftigung gewidmet und...

                                                   GEGESSEN!  Mmmmh lecker Pizza.

Auch wenn sie ein paar Mängel hatte, die belarussische topped sie auf jeden Fall.

Danach war Julia schon glücklich, aber als wir dann am nächsten Tag, sozusagen bei uns vor der Haustür, noch auf Pferde trafen, war sie nicht mehr zu halten! Und immerhin hatten wir dadurch noch ein bisschen Unterhaltung von ein paar interessanten Typen. :o)


Und dann fiel der erste Schnee und er fiel und fiel und fiel und blieb liegen.
Hier ein kleines sehr unscharfes Video mit Jules und meinem wundervollen Geplapper (es ist der typische Gesprächsverlauf xD).


Und noch natürlich noch ein Kneipenfoto:

                                                           Von Kneipe zu Kneipe.

Haben an dem Abend übrigens echt coole Leute getroffen, unter anderem einen unserer Vorgänger. Er war vor 10 Jahren mit ASF in Minsk, jetzt ist er grade hergezogen und gleich begegnet man sich.
Minsk ist ein Dorf!

So auch die kommenden Wochen versprechen Freizeittechnisch wieder recht nett zu werden, man wird sehn...