Sonntag, 3. März 2013

Театр

Theater - Seit letztem Wochenende ist das Stück an dem ich mit meiner Theatergruppe hier gearbeitet habe auf der Bühne (oder besser gesagt im Saal).
Es geht darin um die Geschichte von einem unserer Mitspieler und seinem Vater. Dieser war Russlanddeutscher, er ist in einer kleinen deutschen Ansiedlung in der Ukraine groß geworden. Nach der Verhaftung seiner Eltern ist er in das besetzte Gebiet von Polen gezogen, hat geheiratet und ist dann nach Deutschland gezogen, wo er im 2. Weltkrieg auf deutscher Seite gekämpft hat. Nach dem Krieg wurde er aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft an die rote Armee übergeben und nach Sibirien deportiert. Dort hat er seine zweite Frau kennengelernt und eine Familie gegründet. Sein Sohn (unser Mitspieler) ist bis er 12 war und seine Mutter starb in Sibirien aufgewachsen, dann im Heim gewesen und schließlich nach Stalins Tod mit seinem Vater nach Minsk gezogen. Er hat in seiner Kindheit unter den Repressionen gelitten und war als "Deutscher" ein Feind, Faschist und Verräter. In dem Theaterstück berichtet er über das was er aus Archiven über die Vergangenheit seines Vaters zusammentragen konnte und über seine eigenen Erlebnisse.
Hier ein paar Bilder:

Schule - "Der Fragebogen muss überschSowjetunion gibt es diese Nationalität (deutsch) nicht"


Zugfahrt nach Deutschland

Der Kriegt beginnt

Kindheit in Sibirien



 я такое дерево - Ich bin so ein Baum




  
Du willst, dass ich wäre wie die Tanne grün

Immer grün – auch im Winter, auch im Herbst.
Du willst, dass ich biegsam wäre, wie die Weide

Dass ich mich biegen könnte, wie man sich nicht biegen kann.
Aber ich bin ein anderer Baum.



Wenn man mit dem Hobel vom Stamm die Haut abzieht,
Ihn zersägt, austrocknet, und anmalt
kann er bald zum Mast eines Ozeanschiffes aufgerichtet werden.             
Kann geboren werden als rote Geige, Speer, rotes oder weißes Deck.







Aber ich will nicht, dass mir meine Haut abgezogen wird.
Ich will nicht, dass ich angemalt, ausgetrocknet, weiß werde.
Nein, ich will das nicht.
Nicht weil ich ein besserer Baum bin.
Ganz einfach, ich bin ein anderer Baum.


Man sagt, wenn Bäume lange auf dem Boden liegen,
dann verwandeln sie sich bald in Kohle, in Steinkohle,

Sie brennen lange ohne zu verbrennen, und es liefert Wärme.
Aber ich will mich in den Himmel erstrecken.
Nicht weil ich ein besserer Baum bin, nein.
Ganz einfach, ich bin ein anderer Baum.
Ich bin so ein Baum.





Finale - Auf dem Weg



Keine Kommentare:

Kommentar posten